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Brunnenbau macht Schule – eine Idee findet Nachahmer

 „Schule machen“ bedeutet sinngemäß „Nachahmer finden“. Und genau das ist das Ziel unserer mobilen Brunnenbauschule: Mit den Menschen vor Ort Brunnen bauen, sie ausbilden und sie zu Nachahmern machen, damit sie weitere Brunnen bauen und weitere Nachahmer schulen.

Der Weg zum Ziel – die mobile Brunnenbauschule

Das Hauptziel der „Initiative für sauberes Wasser im Kongo“  ist, die Anzahl der Brunnen und damit die Versorgung mit sauberem Wasser im Land zu steigern. Der Weg zum Ziel ist die mobile Brunnenbauschule. Vorbild war die EMAS-Schule in Bolivien. Mobil deshalb, weil die Praxisausbildung dort stattfindet, wo Brunnen gebraucht werden und die Technik leicht zu vermitteln ist. Das Erfolgsrezept liegt in der einfachen, besonders nachhaltigen Handbohrmethode begründet, sowie im Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe begründet.

Konkret: Mit dem Bau von Brunnen werden zeitgleich Brunnenbauer und Brunnenwarte geschult. So entstehen nicht nur funktionsfähige Brunnen, die Dörfer mit sauberem Wasser versorgen, sondern es gibt immer mehr fähige Brunnenexperten, die selbstständig Brunnen bohren und warten können. Langfristig entstehen Arbeitsplätze und die Brunnenbauer können sich als selbstständige Kleinunternehmer etablieren und Einkommen erzielen. Das Ganze soll letztlich zum Selbstläufer werden.

 

Aufbau von Brunnenbauzentren

Die erste mobile Brunnenbauschule wurde 2006 von Hartmut Heuser mit Unterstützung des damaligen Rektors der Universität Kananga, Prof. Jean Nyeme Tese, ins Leben gerufen. Seit ihrer Gründung hat die mobile Brunnenbauschule erfreuliche Fortschritte gemacht. Inzwischen sind fünf Brunnenbauzentren mit eigenen Werkstätten entstanden. Die Zentren in Kananga und Ngandajika (DITUNGA) und neu in Kikwit und Kinshasa führen Lehrgänge zum Brunnenbau durch. Jedes Zentrum besitzt ein festes Team von erfahrenen Instrukteuren, die bei jedem Kurs Referenzbrunnen bauen und Brunnenbauer ausbilden.

Neben der Handbohrmethode lernen die Auszubildenden dort, wie man die Pumpen und Bohrausrüstungen selbst herstellt. Werkzeuge und Materialen, wie Stahl- und PVC-Rohre  sind an meisten Orten nicht verfügbar, sondern müssen in der Haupstadt eingekauft werden und oft per Flugzeug transportiert werden. Darüber hinaus wurden durch die Instrukteure der Schule die Bohrtechnik, hier z.B. die Bohrköpfe und Filter sowie die Pumpen weiterentwickelt, d.h. den kongolesischen Verhältnissen angepasst. Seitdem ist überwiegend die äußerst leistungs- und strapazierfähige Hand-Seilpumpe im Einsatz.

Die Herstellung eines Brunnens erfolgt jedoch meist außerhalb der Zentren, nämlich dort, wo ein Brunnen benötigt wird. Im Zuge dessen schulen die Brunnenbauer stets eine Person vor Ort, die die Kontrolle und Wartung des Brunnens übernimmt.

In Zukunft sollen noch weitere Brunnenbauzentren entstehen, damit die Handbohrmethode großflächig Verbreitung findet.

Hinzu kommt nun 2015 die erste „stationäre“ Schule in Kikwit. Hier entsteht um den Brunnenbau eine Berufsschule mit Fächern wie Schlosserei, Schweißtechnik, Geologie und allg. Techniken für den Zugang zu Trinkwasser.

Für die Planung und Kontrolle des Neubaus haben wir inzwischen engagierte Freunde der „Architekten über Grenzen e.V.“ in Deutschland und der „Architectes sans Frontierès“ im Kongo gewonnen.

 

Lehrinhalte der Brunnenbauschule

Ein Basis-Brunnenbaulehrgang dauert zirka vier bis sechs Wochen. Weiterhin werden nach Praxiszeiten Nachschulungen und Weiterbildungen angeboten.
Die Ausbildungsinhalte umfassen:

– Grundlagen in Geologie, Hydrogeologie, Hygiene und  Umweltschutz

– Grundlagen in Kostenkalkulation, Kundenberatung und Betriebsführung

– Material- und Werkzeugkunde sowie Metallverarbeitung

– Herstellung der eigenen Bohrausrüstung und Werkzeuge, Schweißtechnik

– Herstellung der Handpumpen und allgemeine Wasserinstallation

– Bau von Quellfassungen, Filtern und Behältern aus Beton

– Handbohrung und Herstellung eines Brunnens

– Installation von Handseilpumpen

– Gesprächsführung mit Häuptling und Konsumenten

– Anlernen des Brunnenwarts

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