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Hartmut Heuser – Porträt eines Machers

Es gibt eine kleine Geschichte, die viel über den Menschen Hartmut Heuser erzählt …

Das war vor 20 Jahren in China. Hartmut Heuser war beruflich unterwegs. China war damals noch streng kommunistisch, westliche Ausländer eher unerwünscht. Er bekam Aufpasser an die Seite, konnte sich nicht frei bewegen. Das Enge, Kontrollierte passte ihm überhaupt nicht. So entschloss er sich auszubrechen. Er schaffte es, seine zugewiesenen Betreuer abzuschütteln und entfloh alleine in die Berge. Er entdeckte ein uraltes buddhistisches Kloster und blieb einige Tage.

Hartmut Heuser im Kongo

Hartmut Heuser im Dialog mit der Dorfgemeinschaft.

 

So ist er, der Gründer von Brunnenbau macht Schule. Er hat einen starken Freiheitsdrang und einen starken Willen. Und diese Kraft braucht man wohl, wenn man in seinem achten Lebensjahrzehnt noch mehrmals jährlich im unwegsamen Dschungel des Kongo unterwegs ist, um Menschen zu helfen.

 Wasserholen ist mühsam und gefährlich

2006 war er das erste Mal dort. Er sah Frauen und Mädchen mit großen, schweren Wassergefäßen auf dem Kopf. Wo er auch hin kam, folgte er diesen Frauen, auf ihren Trampelpfaden, stundenlang. Und Hartmut Heuser begriff. Sah, wie viel Zeit das Wasserholen kostete, wie mühsam und gefährlich es war, denn die Frauen waren auf ihrem Weg oft sexuellen Übergriffen von Männern ausgesetzt, und es war zumeist verseuchtes Wasser aus Flüssen, ungesicherten Quellen und Wasserlöchern. Er entwickelte einen Plan. In Gesprächen mit den Menschen vor Ort entstand die Idee Brunnen per Hand vor Ort zu bohren um sauberes Wasser näher zu den Menschen zu bringen. Es sollte mit einfachsten Mitteln kostengünstig nach Wasser gebohrt und junge Männer in dieser Methode ausgebildet werden.

Sozialisation zwischen Deutschland und Frankreich

Der geborene Berliner ist in Aschau, Nähe Chiemsee aufgewachsen, „in Bayern ganz unten, das letzte Haus rechts“, wie er selber sagt. Kriegsbedingt wechselte er oft halbjährlich Schule und Wohnort. Die Familie zog nach Paris, er absolvierte sein baccalauréat auf französisch und deutsch. Nach eigener Einschätzung machte ihn diese ständige Entwurzelung  außerordentlich flexibel und anpassungsfähig.

Er will kein Gutmensch sein

Ein wenig verrückt ist er schon, dieser große Mann mit dem silbergrauen Mecki-Haarschnitt. Jeder, der ihn erlebt, würde ihn als „Macher“ bezeichnen. Ein Mensch, der sich an Ungerechtigkeit und Missständen stößt. Der zupacken kann und anderen Menschen, denen es nicht so gut geht, helfen will. „Schreiben Sie bloß nicht, dass ich ein Gutmensch bin“, so sagt er selber über sich, „das bin ich nämlich nicht.“ Doch wie nennt man einem Menschen, der die gesammelten Spenden vollständig für die Projekte im Kongo einsetzt und der seine Reisen aus eigener Tasche bezahlt? Der im Kongo lieber in einer Klosterzelle nächtigt, als Geld für ein anständiges Hotel auszugeben?

Der Vater zweier Kinder arbeitete jahrelang als Vertriebsingenieur und Exportdirektor für große internationale Firmen. Er erschloss Märkte in Europa, in Südamerika und in China. Eine Vermittlerrolle zwischen den unterschiedlichen Kulturen einzunehmen, das war schon immer sein Ding. Er kennt die Unterschiede zwischen Bayern und Norddeutschen, zwischen Franzosen und Deutschen, zwischen Afrikanern und Europäern, zwischen Technikern und Laien, denn er ist von allem selber ein bisschen.

 

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